kleine funken die zum großen leuchten werden.
- Clara Petter

- vor 3 Tagen
- 3 Min. Lesezeit
In den letzten Wochen und Monaten habe ich mir viel Gedanken gemacht über Gemeinschaft und wie wir uns gegenseitig wahrnehmen.
eine kleine geschichte zu beginn.
Stell dir vor, du machst dich morgens fertig, läufst zur Bushaltestelle und wartest auf den Bus. Er hat paar Minuten Verspätung. Doch das bemerkst du nicht, denn du unterhältst dich mit dem netten alten Mann, der des Öfteren mit dir den Bus nimmt.
Ihr redet über die Blumen, die begonnen haben zu blühen. Er erzählt dir, dass seine Enkelin ihm letztens seine Lieblingsschokolade vorbeigebracht hat. Und du beichtest ihm, dass du heute schon wieder verschlafen hast, weil es dir schwer fällt aus dem Bett zu kommen und deshalb nur einen Kaffee zum Frühstück hattest.
Der Bus rollt an, ihr unterhaltet euch weiter. Grüßt die Menschen um euch freundlich und fragt den jungen Mann neben euch, ob es ihm gut ginge, da er so betrübt aussah.
Aus zwei werden drei im Gespräch und deine Haltestelle rückt näher. Du bedankst dich für das herzliche Gespräch und steigst beflügelt aus dem Bus mit einer Wärme ums Herz — du wurdest gesehen. Du hast wahrgenommen.
Das Gefühl von Gemeinschaft. Das Gefühl von Wahrgenommen werden.
ein kleiner funken.

Beim Schreiben wird mir bereits warm ums Herz. Denn ich denke die meisten von uns wurden bereits von Menschen in ein Gespräch verwickelt. Auch wenn wir das in dem Moment nicht immer wollten, tat es meist doch gut.
Ich stelle mir vor, wie ein kleiner Funken aufleuchtet und überspringen will. Wenn wir es zulassen, so kann es uns erleuchten.
Doch häufig blocken wir ab — haben keine Zeit, sind grundsätzlich erstmal skeptisch oder bemerken den Menschen nicht da wir die digitalen Geräte stets vor der Nase und die Kopfhörer im Ohr haben.
Versteht mich nicht falsch. Ich selbst habe häufig das Handy in der Hand, antworte endlich auf die Nachrichten, erledige noch eine To-Do oder arbeite am Laptop, um die Zeit nicht “zu verschwenden.”
Lege ich das Handy oder den Laptop beiseite, fällt mir auf, dass das 95% der Menschen tun.
es geht auch anders.

Ich sitze im Bus von Cartagena nach Santa Marta mit meinem Freund. Wir fahren ein paar Stunden. Neben mir sitzt eine Anfang 20-jährige und lächelt mich freundlich an. Ich lächele zurück und schaue wieder weg. Sie bietet mir ihren Snack an. Ich nehme dankend an und biete ihr ebenfalls etwas von mir an.
Wir kommen ins Gespräch und während mein Spanisch nicht so fließend ist, wie ich es mir wünschen würde, wartet sie geduldig, bis ich meine Sätze forme. Wir reden über unsere Leben, was wir hier gerade tun und wo es hingeht.
Ich kann mich nicht mehr an ihren Namen erinnern, aber an das Gefühl, dass sie mir vermittelt hat.
Während ich mir zuerst nicht sicher war, ob es nur bei uns Reisenden der Fall ist, da wir anders aussehen, bemerke ich es immer wieder.
Ich war immer wieder fasziniert. Anfangs dachte ich, dass sich die Personen bereits kannten.
Doch mit der Zeit merkte ich, dass sie als Fremde in den Bus stiegen und als Bekannte wieder aus.
Menschen sitzen nicht nur schweigend nebeneinander, sondern gehen in ein Gespräch. Verbindungen entstehen und das Gefühl von Gemeinschaft wächst.
Sicher kann man es nicht generalisieren, jedoch fällt eine Regelmäßigkeit auf.
ich sehe dich.
Ein Gefühl, dass wir uns doch alle wünschen — gesehen werden. Im Beruf. Im Privatem. Im Inneren.
Sei es ein Kompliment, ein Hinweis, ein kurzer Smalltalk — probier es mal aus. Du wirst merken, dass du den Funken in die Welt hinausträgst und er dich selbst zum Leuchten bringt.
meine frage für dich:
Wann hast du das letzte Mal deine Menschen um dich herum wirklich wahrgenommen?

Genau solche Momente möchte ich bewusster in unseren Alltag zurückbringen — Räume schaffen, in denen es leichter fällt, sich zu begegnen.
Mit meinen Community Hikes entsteht ein Rahmen, in dem Verbindung ganz natürlich passieren darf — draußen, in Bewegung und ohne Druck.
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